USA - NY
In loving memory of: NYC
25. September
Julian:
Wenn du das hier liest, sind wir schon nicht mehr hier. Also in New York. Heute früh haben wir uns ein wenig wehmütig auf den Weg gemacht. Die letzten Tage waren aber mal wieder enorm spannend und voller wunderschöner Eindrücke.
Zunächst muss ich aber an dieser Stelle etwas nachholen: einen Restauranttip für alle, die vorhaben mal nach New York zu kommen. Das "Wheated" in der Brooklyner Church Av wurde mir von einem Fussballerkollegen empfohlen, der das Restaurant betreibt. Mit den Worten "we make a mean pizza" weckte er meine Neugier und meinen Hunger. Und er hatte wirklich nicht zu viel versprochen: Die Pizza war wirklich gemeingefährlich gut! Das überaus nette und zuvorkommende Personal, die vergleichsweise moderaten Preise und eine gratis Kostprobe aus der 800 Flaschen umfassenden Whisky -Sammlung rundeten den Abend perfekt ab. 5 Sterne Empfehlung!

Am Samstag besuchten wir das erste von zwei tollen Konzerten, die unseren New York Aufenthalt krönen sollten. Der öffentliche Finalentscheid der besten A-Cappella Formationen des Landes in der Carnegie Hall. Abgesehen von den schlecht erzogenen Konzertbesuchern und der betrunkenen Moderatorin, die nach der Preisverleihung einfach verschwand und damit das Ende des Konzertes in der Schwebe ließ, war es ein schöner Abend voller überwiegend powervoller Vokalmusik. Soviel braves Stillsitzen wollte dann im hippen Szene-Club OutPut bei Bauchnabelbässen und elektrisierender Lichtshow abgezappelt werden.

Montag Abend war es dann soweit, der einzige Programmpunkt, den ich schon vor Monaten gebucht hatte, und mit dem Caro und ich uns einen Traum erfüllt haben: Der Besuch der MET Opera mit ihrer Inszenierungs- und Saisonpremiere "Samson et Dalilah". Schillernde Kostüme, sowohl auf der Bühne als auch im Foyer, Stars der Klassikszene und sogar eine Fotografenwand, an der sich die vielen Celebrities aus Film, Fernsehen und Wirtschaft dem Blitzgewitter stellten.
Die Oper selbst war für uns beide ein Hochgenuss. Auch wenn dem Startenor beim großen Finalton die Stimme versagte. Schön zu sehen, dass das auch mal den ganz Großen passieren kann.
Mein Fazit für New York: New York ist eine der abwechslungsreichsten Städte, die ich bisher besucht habe. In ihr gibt es viel zu entdecken - und das nicht zwingend für teures Geld. Ob Rooftopbar statt Empire State Building um die Aussicht auf die Skyline zu genießen, ob vergünstigte Museumseintritte dank New York Locals, ob Pastrami-Sandwich beim Fulton Market für 6 Dollar statt für 23 Dollar im Delikatessenladen - man muss kein Manhattener Wall Street Magnat sein, um hier eine gute Zeit zu verbringen!
Von der Skyline zur Highline
22.9.18
Julian:

Gestern haben wir uns ein sehr interessantes Architekturprojekt angeschaut: Die so genannte "High Line". Gebaut und benutzt wurde sie früher als Bahnstrecke, die sich etwa zwei Kilometer lang über die Straßen New Yorks auf Pfeilern und Brücken entlang der Westküste Manhattans schlängelte. Als die Linie obsolet wurde und abgerissen werden sollte, hatten die Bewohner des Stadtteils die findige Idee, eine Art Hochweg daraus zu machen, mit ganz viel Begrünung, jeder Menge Bänke zum Sitzen, Liegen und Verweilen, und, auch wenn's nur ein paar Metern sind, abgehoben von dem ganzen Trubel und Lärm der Stadt. Man hat teilweise sogar noch die alten Schienen belassen und kleine Beete und rollbare Stühle darauf gebaut. Echt ausgefuchst!
Das Viertel, durch das uns die Highline geführt hat, war aber auch so architektonisch hochinteressant. Nicht nur stehen hier (wie in ganz Manhattan) total spannende Hochhauskonstruktionen herum - verwinkelt, verschoben, geschwungen, vernetzt - sondern es werden auch immer noch wahnsinnig viele Hochhäuser und andere Dinge hier gebaut! Ich hätte nicht gedacht, dass auf dieser kleinen Insel noch Platz dafür ist! Hier zum Beispiel eine Art Aussichtsplattform, an der gerade gearbeitet wurde, als wir vorbeikamen:

Wie gesagt, ein Architekturseminar wäre hier im Paradies!
Der Nachmittag ließ dann alle Frauenherzen der Reisegruppe höher schlagen: Wir gingen in die

, die zumindest allen Sex and the City Fans ein Begriff sein müsste. Süße Cupcakes und Kaffee, Juhuh! Für Julian wurde es eine Pizza bei Francesco nebenan. Hier habe ich gelernt, dass die New Yorker nie eine ganze Pizza essen, sondern immer nur "Slices" bestellen, weil die so dermaßen fett belegt sind, dass das reicht! In meiner europäischen Manier habe ich mir natürlich gleich mal eine große Pizza bestellt. Nicht nur hat die 23 Dollar gekostet, man hätte die auch zu dritt essen können! Nach ner halben Pizza war mir schlecht...
Um die vielen Kalorien abzudancen, hatte Caro für uns mal wieder ein Gratis-Schmankerl entdeckt: Der Latin-Jazz Trompeter David Sepulveda spielte mit seiner Band The Turnaround (keine Angst, ich kannte den Typen vorher auch nicht) im Lincoln Center ein Konzert zum Mittanzen für lau. Ziemlich coole Sache. Dachten sich alle anderen auch, denn als wir eine Viertelstunde vorher ankamen, war der Saal schon voll und eine zehn Meter lange Schlange vor uns. Noch etwas Witziges, was ich über Amerika gelernt habe: Ich weiß nicht wie, aber bei öffentlichen Gebäuden wird die Höchstanzahl an Menschen, die sich gleichzeitig in einem Raum aufhalten dürfen, auf den Besucher genau ausgerechnet. Da steht dann ein Schild, auf dem steht, dass hier nicht mehr als 694 Personen rein dürfen. Aufrunden wäre dann wohl gegen das Gesetz...Nun ja, jedenfalls durfte halt dann auch genau für jeden, der raus ist, einer rein, und wir haben ne Stunde vor der Tür gewartet bis wir Person 693 und 694 der Party werden konnten. Die Band hat dafür echt gerockt, Salsa, Mambo, Cha Cha und Samba vom Feinsten! Und die Leute die da waren waren auch echt ein Anblick für die Götter, insbesondere eine Dame jenseits der 60, gekleidet wie eine Voodoo-Priesterin und auch getanzt wie eine. Wiiiiiitzig!

Smorgasmen everywhere
18. September

Caro:
In den letzten Tagen haben wir vor allem die kulinarische Seite New Yorks genossen.
Natürlich durfte da auch Wendy's nicht fehlen, die amerikanische Fastfood-Kette. Wir haben getestet und einstimmig befunden, dass McDonalds doch besser schmeckt, vielleicht auch nur deshalb, weil wir dessen Grad der Labbrigkeit der Semmeln gewohnt sind. McDonalds gibts hier übrigens auch an jeder Straßenecke, nur noch übertroffen von Starbucks, dem man in machen Straßen wirklich alle 200 Meter übern Weg läuft. (Aber wenigstens ist so das gratis-Klo immer gesichert;)
Am Sonntag gings zu einem Food Festival in den Prospect Park, das ist ein riesiger Park mitten in Brooklyn, der größentechnisch mit dem Central Park mithalten kann. Auch sonst hat er einiges zu bieten. Nämlich fast so was wie echten Wald, einen großen See mit Wildgänsen, Wiesen, auf denen man auch Sport machen kann und viele Einheimische, die mit Kind und Kegel in den Park karren und dort ihre Picknicktafel aufbauen. Nicht bieten kann der Park allerdings die Mengen an Instagramtouristen, die omnipräsenten Fahrradrikschafahrer und Pferdekutschen, die Bankmitarbeiter im Kostümchen und schnellem Lunch und die tausend Brautpaare auf Fotoshooting, die sich im Central Park präsentieren. Das "Smorgasburg" Food Festival dort war ziemlich überfordernd (Wir hatten schon die wildesten Theorien über den Ursprung des Namens,
sehr plausibel unserer Meinung nach, aber Ryan, der Amerikaner hat uns
aufgeklärt. Anscheind ist das so ein Begriff, den man z.B. verwendet
wenn man auf eine crowdy Party kommt: "Wow, what a smorgasburg here!"). Da gabs wirklich Leckereien von überall her. Als Dessert haben wir uns ein Eis zwischen zwei Cookies gegönnt. Traumhaft. und dann wollten wir bei der großen Hitze auch den frozen caffe probieren, den man hier ständig trinkt. Wir bleiben wohl lieber beim good old hot coffee!
Dann mussten wir natürlich unbedingt auch Bagels essen. Die haben wirklich gehalten, was ich mir davon versprochen habe. Frisch gebackene Bagel mit allem drauf, was du dir so vorstellen kannst. Unbedingt zu empfehlen! Auch der Laden hatte einen witzigen Namen: Ess-a-Bagel. Da weiß man doch schon mal was einen so erwartet. Und natürlich wollte ich auch gerne mal eine Torte essen. Also gegoogelt nach dem nähesten Laden mit Torte. So waren wir in der Lady M Cake Boutique, scheinbar ein ganz super Laden, es standen ständig Leute vor dem Ladenfenster und haben fotografiert und uns um unseren Sitzplatz beneidet, den wir ergattert haben. Torte war sehr lecker, aber entsprechende Preise. Julian hat sich übrigens schon ein Urteil über die Gastronomen hier gebildet: "Alles Arschlöcher". Da war er wohl etwas echauffiert, weil viele hier das zur Praxis machen, das Trinkgeld automatisch schon mal auf die Rechnung zu schreiben. Und die Steuern kommen auf die Preise in der Karte auch noch dazu. Kleiner Tipp: In der Speisekarte vorher schon mal gucken, ob da so etwas steht und nicht danach mit dem Kellner streiten, der kann auch nichts machen;)
Ergänzung Julian:
Zu meiner Verteidigung: Ich möchte Trinkgeld gerne für guten Service hergeben, und nicht gezwungen werden 20% zusätzlich auf den Kartenpreis zu zahlen, egal wie gut oder schlecht der Service ist (Nur , damit der Ladenbesitzer seinen Mitarbeitern weiterhin nur zwei Dollar die Stunde bezahlen muss). Ergänzung Ende.
Caro:
Zur späteren Stunde wollten wir den Tag gerne in einer Rooftop-Bar ausklingen lassen, Cocktails schlürfen auf den Dächern der Stadt. Ist wohl so ne schnieke Sache hier. Wir in unseren Jeans, Sneackern und Tagesrucksack hatten wenig Hoffnung da hineingelassen zu werden. Aber dann hatten wir es total easy am Türsteher vorbei geschafft, Yuhu! Dann allerdings habe ich es versaut, da ich keine ID mithatte. Blöd. Naja, das nächste mal kommen wir aufgebrezelt, mit meinem neuen Kleid, das ich in einem Laden gefunden habe, in dem es großartige Designersachen total reduziert gibt, hach...aber das ist eine andere Geschichte.
Von diesen ganzen Fressorgien mussten wir uns auch irgendwie erholen, dazu hat uns Ryan den Bryant Park empfohlen, ein kleines Pärkle mitten in Midtown Manhattan. Ein traumhafter Ort! Julians neuer Lieblingspark. Es gibt eine Spielecke, in der Schachbretter und Backgammon Tische bereit stehen, die von den älteren Herren leidenschaftlich bespielt werden, aber auch alle anderen Brettspiele kann man sich einfach so ausleihen. Auch eine Leseecke gibt es, mit kostenlosen Büchern, die man schmökern kann, ausserdem stehen auf der Wiese allerhand Spiele bereit. und an dem Tag als wir da waren, war auch ein Konzert im Gange, Opernsänger auf der Bühne haben Arien geträllert und man konnte sich einfach auf die Wiese legen und genießen. Auch ohne Geld ist in New York einiges geboten, man muss nur wissen wo!
Und noch ein Schnäppchen haben wir gemacht: Wir wollten mit Ryan in das Guggenheim Museum, das ist das Museum mit der coolen Schnecke. Allerdings haben die gerade die Sammlung erneuert, die Schnecke war also geschlossen. Also sind wir stattdessen ins Met, das Metropolitan Museum. Das ist riieesig. New Yorker zahlen für das Museum nur so viel wie sie gerne geben möchten. Nach einem etwas skurrilem Gespräch mit der Dame an der Kasse meinte sie, das gilt auch für die Gäste eines New Yorkers. Vielen Dank! Bei dem Museum ist uns der Vergleich mit einem all-you-can-eat-Buffet gekommen, irgendwann war man so übersättigt, das trotz dem tollen Angebot einfach nichts mehr reinging (auch wenn man am liebsten alles probieren möchte). Aber wirklich erstklassiges Museum, war sehr sehenswert.
Unser Tipp also für einen New York Besuch: Sich einen kulturbeflissenen New Yorker suchen auf Couchsurfing oder Meetup oder sowas und mit ihm in Museen etc. gehen. Was wir uns mit Ryan schon gespart haben! Und natürlich was er uns für unbezahlbare Tipps und interessante facts gegeben hat.
Strand, Fußball und die Skyline
15. September
Julian

Heute haben wir die Stadt von einer ganz anderen Seite kennengelernt: Wir sind nach Coney Island an den Strand gefahren. Echt strange, man erkundet eine Woche lang die glamouröse, prominenzgetränkte City Manhattans, und dann steht man plötzlich vor einem Sandstrand am Meer als wäre man an der Adria! Und dann noch dieser nostalgische Jahrmarkt daneben mit allerlei Achterbahnen, Gokart-Track und sogar einem bald stattfindenden "Oktoberfest". Wir haben also gemacht, was man am Strand halt so tut: Ein bisschen durch die Wellen gehüpft, auf dem Badetuch gelesen, den ganzen Touris beim Selfies machen zugeschaut und uns einen gscheiten Sonnenbrand geholt.

Abends bin ich dann an den Pier 5 zum Night Soccer gefahren. Ich weiß, dass es darauf bei einem Fußballplatz nicht ankommen sollte, aber die Aussicht hat man auch nicht alle Tage: Genau am Ufer des East River mit Blick auf die illuminierte Skyline New Yorks! Da ließ es sich schon ganz nett Fußball spielen. und mein Schutzengel hatte heute auch noch zu tun: Nach dem Spiel fiel einem der Anderen auf, dass ihm sein Geldbeutel geklaut wurde und der Dieb bereits für 2600 Dollar mit seiner Kreditkarte eingekauft hatte. Und sein Rucksack stand genau neben meinem! Huiuiui...Das nächste mal glaub ich, spiele ich mit meinem Rucksack auf dem Rücken Fußball.
Pack den Stier bei den...Eiern???
13. September 2018
Julian:
Heute haben wir uns das Finanzviertel vorgenommen und erkundet. Die Wall Street war vor allem wegen der schönen Gebäude interessant, die schon einiges mitgemacht haben. Wie ein Bankgebäude, das extra nur vier Stockwerke hoch gebaut wurde, dafür aber besonders robust, damit man es evtl zu einem Hochhaus ausbauen könnte. Dank dieser Maßnahme überstand es einen Bombenanschlag im 19. Jahrhundert beinahe unbeschadet. Auch Das Haus, in dem George Washington als erster Präsident vereidigt wurde steht hier. Und nebendran der hochphallische Trump Tower mit Riesen goldenem Schriftzug. Caro hat in ihrem Reiseführer gelesen, dass Trump sich sozusagen das "Luft-Hoheitsrecht" für die Grundstücke rund um seinen Tower gekauft hat, damit dort keiner ein höheres Hochhaus als er bauen kann. Ohne Worte...
Und natürlich wollten wir uns auch den "Charging Bull" ansehen, die riesige Stier-Statue, die zum Wahrzeichen der New Yorker Börse geworden ist. Und dass man sich neben dem Stier fotografieren lassen möchte und ihn vielleicht sogar berühren, verstehe ich ja noch. Aber dass sich eine zwanzig Meter lange Schlange vor dem Hinterteil des Tieres bildet, weil alle ein ultralustiges Bild von sich und den Klöten des Stieres machen wollen - halten die sich wirklich ALLE für so originell und lustig oder tun die dann daheim beim Fotos herzeigen nur so? Manchmal verstehe ich die Menschen einfach nicht...

Am Abend wurde es dann romantisch: Wir fuhren nach Little Italy, wo im Moment das "San Gennaro Festival" stattfindet, bei dem die Italiener der Stadt ihren Schutzpatron feiern. Ein etwa zwei Kilometer langer Straßenzug voller Essens- und Verkaufsstände, darüber schönes Lampion-Konstruktionen mit Heiligenbildern - fast schon kitschig. Als wir ankamen, machte sich gerade eine kleine Prozession auf den Weg durch die Straße:

und das klein war wörtlich gemeint: drei Fahnenträger, ein Pfarrer, ein Mesner, ein Ministrant und eine "Blaskapelle" aus etwa sechs Musikern. Wir sind in einfach mal hinterher gelaufen und haben uns nebenbei die Stände angesehen und das Treiben genossen. Den Abschluss des Abends bildete ein italienisches Abendessen mit "Spaghetti Meatballs", genau wie in Susi und Strolch. "Schööön ist die Naaacht, traumhaft schööööön ist die Naaaaacht"...
Kultur und Sport
12. September

Julian:
Die letzten Tage waren, wie man sich das von einer Kulturenreise wünscht, sehr ereignisreich. Am Montag waren wir vormittags im Museum of Modern Art. Eigentlich 25 Dollar pro Karte und ab 10.30 Einlass mit einer Stunde am Schalter anstehen, aber zufälligerweise hatte ich ein paar Tage zuvor Ryan getroffen, einen supernetten New Yorker, der uns mit seiner "member's card" eine Stunde früher für 5 Dollar pro Karte mit reingenommen hat. Super Sache! Ich persönlich habs ja nicht so mit moderner Kunst, und der Großteil der Exponate haben in mir nichts ausgelöst. Es gab aber neben ein paar bekannten Werken wie den Wasserlilien von Monet und der Sternennacht von van Gogh auch echt ein paar Werke, die mir super gefallen haben - was bei mir Kunstbanausen was heißen will! Mein Highlight: "La cittá che sale" von Umberto Boccioni (siehe links). Ich kannte weder den Künstler noch das Bild, aber mir gefällt es super! Statt Abendessen gab es dann noch Cheesecake im" Junior's", der genau dafür berühmt ist. Caro hat erst noch groß geprahlt, dass sie nach dem Kuchen bestimmt noch was Gscheites zum Essen braucht, aber nach DEN Cheesecakes waren wir beide echt bedient! Saulecker, aber gefühlte 2000 Kalorien!
Gestern konnten wir eine ganze Reihe auf unserer "wanna see and do list" abhaken: Wir haben uns den South Street Seaport angesehen, Caro hat ein Pastrami Sandwich gegessen (ich hab auch probiert, wirklich unheimlich lecker!), und Abends haben wir uns im Ambassador Theatre am Broadway das Musical "Chicago" angeschaut. Die Karten gabs wiederum für die Hälfte des regulären Preises an einem so genannten tkts - Schalter (falls das jemand liest, der auch noch nach New York will ;)) danach haben wir den Abend sehr schön in einer "rooftop bar" ausklingen lassen und bei einem Cider den Ausblick über die Stadt bewundert. Es war nicht die höchste rooftop bar in der Gegend, aber das "Conolly's" war die einzige, die wir uns bei gesundem Menschenverstand leisten wollten!
und Sport gabs auch noch: Heute mit einer bunten Truppe von Hobbykickern beim Fussball ausgepowert.
what a week
9. September
Caro:
Heinei, was war das für eine erste Woche. Unser Kalender ist voll mit socializing Terminen.
Natürlich sind wir aber auch einfach durch New York gestrolcht und haben uns Sehenswürdigkeiten angeschaut. Die wirklich ziemlich eindrucksvoll sind.
Darunter natürlich die Brooklyn Bridge (auf der ich fast Platzangst bekommen habe), das Flatiron Building, das so witzig in ein Straßeneck reingequetscht ist


oder auch der herrliche Union Square mit einem Wochenmarkt (auf dem man auch "deutsches" Brot kaufen kann, auf das wir tatsächlich nach den ersten Tagen mit Donuts und Toast schon Appetit hatten) und die Stadtbücherei mit stattlichem Lesesaal, in dem ich auf jedenfall noch ein paar Arbeitsstunden verbringen will.
ich musste natürlich auch zu Macy's, dem angeblich größtem Kaufhaus der Welt und zum Strand Book Store, einem riesigen Secondhandbuchladen. Zu sowas schickt mich Julian wohlweislich lieber alleine.
Daneben haben wir uns aber natürlich auch schon etwas unters Volk gemischt. Im thrift store mit 20 Dollars in my pocket (die Jacke ist es leider nicht geworden) und in einem gospel service. Das war ja richtig spannend, eine Kirche wie ein riesiges Theater, randvoll mit tausenden Menschen, vorne in den Reihen saß der Chor. Die Gospels waren wirklich cool. und die ganze Menge war Amen und Halleluja und oh Lord.

Gestern abend waren wir zu einer Jam Session in einer Autowerkstatt-Garage eingeladen. Da treffen sich regelmäßig ein paar Spezls und Leute aus der Gegend um Musik zu machen und abzuhängen, ein paar davon waren echt filmreif. Wir kamen unter der Woche zufällig an der Garage vorbei, als sie geprobt haben und Julian ist gleich mit eingestiegen. Das fanden sie so nice, dass sie ihn gleich eingeladen haben, bei ihrer Session mitzuspielen, die sich zu einer richtig kleinen coolen Party entwickelt hat. Jeder, der irgendwas spielen konnte, hat sich mal ein Instrument geschnappt, der Rest hat selbstgebranntes Zeug getrunken oder sich mit mir und meinem deutschen Tanzstil abgemüht, dass ich mal meine Hüfte locker mach und meinen Body richtig shake.




und ich wollte euch auch noch einen kleinen Eindruck geben, wo wir hier so leben. Unsere Mitbewohner hier sind wohl keine Inneneinrichtungsspezialisten, aber alles was ein amerikanischer Student wohl so braucht, ist da: Mikrowelle, großer Fernseher, bequeme Couch und Bügelbrett.
Der dritte Tag in New York
6. September

Julian:
heute haben wir einen "Arbeitstag" eingelegt; Caro muss ja ohnehin ein paar Stunden die Woche Home Office machen und ich hab mir auch ein wenig Arbeit mitgebracht. Durch Zufall haben wir auch ein Café gefunden, das offensichtlich dafür gemacht wurde:

Mehr Menschen beim Arbeiten als in einem deutschen Vorlesungssaal...
Ich habe auch bereits ein paar Eindrücke von der Stadt gewonnen. Einige Dinge, die mich "be-eindruckt" haben:
- Auf der einen Seite ist NYC eine Stadt voller Glamour und Glanz, auf der anderen Seite riecht es hier fast überall nach Klo und Marihuana
- Das beeindruckenste an den Hochhäusern ist für mich nicht ihre Größe, sondern ihre voll verglasten Fronten, in denen sich die Umgebung widerspiegelt:


Wie man also sieht, eine Stadt mit vielen Seiten und Eindrücken! Ich freu mich schon auf die nächsten Tage, auf dem Plan stehen noch das Guggenheim sowie das Museum für moderne Kunst. Und, mit etwas Glück, darf ich an einer Highschool mit 14 Jährigen Lacrosse mitspielen - Yej! (Lacrosse wird hier offensichtlich nur von Kindern gespielt, aber ich wills trotzdem unbedingt mal ausprobieren!)
Wir sind dann mal weg...
04.09.2018
... und in New York