USA - nach Westen und San Francisco

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Unsere Sicht auf San Francisco

30.10.2018

- San Francisco rühmt sich ja gerne als überaus offene und tolerante Stadt. Ich weiß jedoch nicht, ob es ein besonders tolerantes Zeichen ist, dass man extra Regenbogenfahnen überall in dem Viertel aufhängen muss um zu zeigen, dass man hier die LGBT-Community willkommen heisst. Das sollte doch wohl in allen Vierteln außer Frage stehen.


Auch der Althippie, mit dem ich (Caro) durch "Hashbury" gewandert bin, das Viertel, in dem die Hippiebewegung ihren Ursprung hat und in dem der Summer of love '67 stattfand, der von peace, love, großer Familie und Toleranz gegenüber allen gesprochen hat, ist ohne mit der Wimper zu zucken an einer alten obdachlosen Frau vorbeimarschiert, die ihn ansprach: "die homeless people sind auch Teil der Stadt." Das fand ich einigermaßen enttäuschend. Aber ich fürchte, genauso wie das Drogenproblem in ihrer Hippiegeschichte ausgeblendet wird (hier spricht man zum Beispiel von "druguse"- "Drogengebrauch" und niemals wie im deutschen von "Drogenmissbrauch"), werden auch die sichtbaren Folgen davon, nämlich die vielen Obdachlosen, einfach ausgeblendet.

Auch wenn es also einigermaßen einseitig dargestellt wird, fand ich den Spaziergang durch das flower-power-Viertel und die vielen Erklärungen sehr spannend. Das Beste war die Musik der Zeit an den Orten zu hören, an der sie auch entstanden ist und Wellen geschlagen hat.

- Extrem viele Menschen reden hier mit sich selbst oder schimpfen einfach so vor sich hin. Und zwar auch solche, von denen man es vom Äußeren her nicht vermuten würde. Ist es der übermäßige Graskonsum? Macht die Stadt so einsam? Ist die Regierung wirklich an allem Schuld?

Abgesehen davon gibt es aber natürlich auch jede Menge zu berichten:

- Es gibt auf den meisten Straßen zwischen beiden Spuren eine dritte Spur für Abbiegende, die aus beiden Richtungen kommen. Da die sich aber im ungünstigsten Fall entgegenkommen müssten, wissen wir immer noch nicht wie genau das geht. Und damit nicht genug: Viele Autofahrer nutzen diese Spur zusätzlich als Kurzzeitparkplatz, stehen dann mit ihrer Monsterkarre quasi mitten auf der Straße und chillen ein wenig. Das beleidigt mein deutsches Ordnungsempfinden natürlich enorm...

- Es gibt hier eine Menge Menschen, die sich auf eher ungewöhnlichen elektrisierten Gefährten fortbewegen, wie motorisierte Skateboards, Elektro-Tretroller oder diese komischen Dinger die aussehen wie ein Einrad ohne Sattel, auf das man sich einfach drauf stellt. Ist hier wohl en vogue. Wenn man mal eine Woche mit dem Fahrrad hier unterwegs war, weiß man aber auch, warum die so erfinderisch sind...

- das Mikroklima ist hier echt der Wahnsinn. Es kann im Golden Gate Park richtig heiss sein, so dass man sich einen Sonnenbrand holt und kaum fährt man ein paar Meter weiter Richtung Westen kommt man unter eine Nebelschicht, die über dem Meer ist und ungefähr bis zum ersten Hügel reicht. Über der Golden Gate Bridge hängt auch meistens ein dünner Nebelschleier, so zusammenhanglos in der Gegend, dass man es nicht für möglich halten würde. Gewöhnlich bin ich (Caro) mit meinem ganzen Kleiderschrank aus dem Haus gegangen: für die Hügel in unserer Gegend im Top, unter dem Nebel einen Pullover, Richtung Meer, wenn es windig wird die Wind- und Regenjacke und abends dann noch eine Jacke.

- für mich das allerschönste an San Francisco: Das Licht fällt hier so unglaublich schön über all die Hügel. Besonders abends, wenn die Abendsonne so warm scheint. Diese ständigen Hügel und die 2-stöckigen Häuser überall (ausser dem Hochhausviertel downtown) sind schon sehr hübsch anzusehen. Und der Blick von den Hügeln die steilen Straßen hinunter auf das Meer, das ist unschlagbar. 

Graf Dracula und das Massaker am Essenstisch

28.10.2018


Julian:

Am Donnerstag waren wir im so genannten "Exploratorium", ein interaktives Museum der Sinne sozusagen. Das Schöne daran: Es war eine spezielle Abendveranstaltung nur für Erwachsene, also keine nervigen Kinder und auch nicht zu viele Menschen da. Die meisten Versuche hat man schon das ein oder andere Mal im Physikunterricht gesehen, aber ein paar nette, witzige Ideen waren dann doch dabei. Mein persönlicher Favourite: Eine lange Gitarrensaite unter Stroboskoplicht, das die Schwingungen sichtbar gemacht hat.

Freitag gings tagsüber nach Chinatown und zum Coit Tower. Beides must have seens laut unserem Reiseführer. Da beides zwar sehr schön, aber nicht unbedingt außergewöhnlich war, spornte der Besuch eine Diskussion an, wie denn wohl der Autor eines Reiseführers entscheidet, was denn nun sehenswert ist. Die längste Schlange in ganz Chinatown hat sich zum Beispiel vor einer Bäckerei gebildet, in der laut Reiseführer die Glückskekse erfunden wurden (wie in zehn anderen chinesischen Bäckereien, wie ich vermute). Nun, was der Reiseführer schreibt, das muss man sich auch brav anschauen...

Abends haben wir uns dann mit Bryan und Mauricio (der aufmerksame Blogleser kennt die beiden bereits) und Mauricios Frau im "Zeitgeist" getroffen, einer sehr angesagte und zudem noch deutsche Kneipe. Und hier wurde die Gentrifizierung der Stadt überdeutlich: Das Innenleben der Kneipe 1a Biker-Schmuddelstyle, so was wo nur die ganz harten Kerle reingehen. Aus den Boxen dröhnt Hard Rock und Speed Metal. Und wer ist da? Einen Haufen Hipster Mitte dreißig in Hawaiihemd und Blümchenkleid, die ihren Pitcher Craft Beer zu sechst trinken und danach auf dem Rennrad mit angeleintem Fahrradhelm nach Hause fahren. Hab's den ganzen Abend über nicht geschafft, mich an diesen Anblick zu gewöhnen...


Sonntag, heute, der Tag, der dem Eintrag seinen Titel gibt. Wir waren nämlich nachmittags im "Castro Theatre", einem richtig urigen, alten Kino, in dem auch immer noch alte Klassiker gezeigt werden. Super, dass es das immer noch gibt! Der Stadtteil Castro ist im Übrigen der liberalste und unkonventionellste der Stadt, was ein Mann, der nur mit Schlappen und einem rosa Cap bekleidet den Bürgersteig entlang spazierte, eindrucksvoll demonstrierte. Wir haben uns "Dracula" angesehen, eine Verfilmung aus dem Jahr 1931. Grotesk übertriebene Mimik und Gestik, absolut null Spannungsbogen, bis auf einige Zitate klassischer Stücke kaum Musik...Unterhaltung auf höchstem Niveau! Absoluter Filmtipp! Am besten hat mir Draculas Blick gefallen, mit dem er alle um sich herum gefügig hypnotisiert und der mindestens die Hälfte des Films ausgemacht hat:

Allein bei dem Foto könnt ich mich schon wieder wegschmeißen!

Abends waren wir wieder bei unserer Gastfamilie zum Essen eingeladen. Da zwei von Eddys 72(!) Cousins und Cousinen aus den Philippinen zu Besuch waren, wurde groß und traditionell aufgekocht. Hier die Buffetliste:

- Parcit (Reisnudelgericht mit Gemüse)

- Adobo (Schweine-und Hühnchenfleischgemisch)

- Pinkabet (gemischtes Gemüse mit Kürbis und Okraschoten)

- Cassaba (süßer Yucca-Kuchen)

- Austern

- Scampi

- Krabben (im Ganzen!)

Und ja, es war ein Massaker! Ich glaube, ich werde nie wieder eine Krabbe essen, das ist mir echt zu brutal! Beine ausreißen, Panzer mit Nussknacker aufbrechen, das kleine bisschen Krabbenfleisch mit den Fingern unter allerlei Schlanz rauspulen...zu viel Ekel und Aufwand für zu wenig zu essen! Alles andere war aber wirklich köstlich, ganz besonders die Austern und der Yucca-Kuchen. Und nach dem Essen haben wir den Philippinos gezeigt wie man Boarischen tanzt und sie uns den so genannten Tinikling, den Bambustanz. Der für die Lachmuskeln bis dahin sehr anstrengende Abend wurde mit einer philippinischen Gameshow im Fernsehen abgerundet, bei der die Spieler am Aussehen erkennen sollten, ob jemand singen kann oder nicht (der Gewinner bekam dann stolze 500 Dollar). Wer hätte gedacht, dass wir in San Francisco Einblick in gleich ZWEI Kulturen erhalten? 

Ein perfekter Tag in Napa Valley

26.10.2018

Caro:

Eine Autostunde von San Francisco, auf der nördlichen Seite der Bay, liegt gleich Napa Valley, das bekannteste Anbaugebiet des kalifornischen Weines.

Da wollte ich natürlich auch gerne mal hin. Haben erst mit dem Gedanken gespielt eine der hunderttausend angebotenen Touren mitzumachen, im Bus zu drei Weinkellereien kutschiert, Wein-Tastings und Kellerführungen und wieder heimgebracht (laut Anbietern: "Perfekter Tag in Napa Valley", "das beste des kalifornischen Weines",...). Da aber Julian eh nicht so gern Wein trinkt und deshalb die Tastings nicht so feiert und wir uns außerdem dachten, dass kalifornischer Wein nicht viel anders als der in Frankens Weinkellern gemacht wird und wir beide keine Lust auf Herdentourismus hatten, haben wir keine dieser teuren Touren gebucht, sondern uns nur einen Mietwagen.

Und dann gings los Richtung Berge. Erst mal auf einem Markt in Napa, der "Hauptstadt" des Weingebietes, das sonst nicht viel zu bieten hatte, gefrühstückt. Dann eine schöne alte Weinstraße langgefahren, Weinberge links und rechts, und da wo kein Wein angebaut war, war kahler Hügel, kurioses Bild.

Das Wetter war strahlend, die Sonne hat nur so auf die Reben gescheint und die Blätter haben schon angefangen bunt zu werden. Ich wollte ja am allerliebsten einfach nur durch die Weinberge spazieren, wie man das bei uns so gut kann. In Amerika spaziert man aber scheinbar nicht, es gab Bus-, Auto-, Limousinen- und sogar Zugtouren, aber keinen einzigen Weinspazierweg. Im Gegenteil, alle Anbaugebiete sind schön säuberlich eingezäunt und die meisten Zufahrten zu Weingütern mit einem Tor versperrt. Aber, haha, natürlich haben wir einen schönen Weg gefunden, durch reife Weintrauben und tolle Haciendas.

Mit einem kleinen Sonnenstich und großem Hunger sind wir auf das nächste Weingut gefahren, da gabs einen Delikatessen-Markt gleich mit dazu, auf dem man sich sein Picknick kaufen konnte, das man an Ort und Stelle unter Bäumen genießen konnte. Sehr sehr toll.

Auf einem etwas esoterischen Weingut haben wir uns ein sogenanntes "Theater of the Nature" angesehen, da wurde gezeigt und erklärt, wie organischer Wein gemacht wird. Die ernten bestimmt auch nackt bei Vollmond, mich würds nicht wundern.

Und zum Abschluss des wunderbaren Tages sind wir im Abendrot auf der Terrasse eines pompösen Weingutes gesessen und haben uns durch einen "Flight", ein paar Probierserl auf gut deutsch, getestet. Also ich, Julian war ja Chauffeur, das war der einzige Nachteil in unserem Plan. Von unserem Favoriten, ein "Peinou", wie der Sommelier ihn uns vorgestellt hat (wohl amerikanisch für "Pinot Noir"), haben wir gleich eine Flasche für unsere Gastfamilie mitgenommen, und zum Glück haben wir scheints einen sehr billigen Geschmack, wir haben den günstigsten Wein gewählt, die anderen hätten uns auch ruiniert. 

Zufriedenst sind wir nach Hause um dort voll Genuss den Wein zu trinken, den uns unsere Gastfamilie zum Einzug geschenkt hat. Jetzt auch mit dem Bewusstsein, was für ein teures Schlückchen dieser californische Wein von einer Familienkellnerei aus dem Napa Valley eigentlich ist. Grad gut wars!

IIiiiehh, die rühr'n sich ja noch!

21.10.2018

Julian:

Leser, sei gewarnt: Der folgende Blogeintrag enthält Unappetitlichkeiten.

Diese Woche haben wir die ersten kulinarischen Abenteuer unserer Reise erlebt. Dabei fing alles mit Käsespätzle und Bayrisch Creme an. Wir wollten uns nämlich am vergangenen Mittwoch bei unseren Gastgebern in Form eines bayrischen Abendessens bedanken. Unser philippinischer Gastvater seinerseits wollte diese Gefälligkeit durch das Zubereiten einer Vorspeise erwidern. Und was passt besser zu Käsespätzle als Austern? Naja, einiges, aber egal, "Eddy" eröffnete das Abendessen mit herrlich knofelig gewürzten Austern. Ab da ging der Abend aber wie geplant bayrisch weiter, Radler inklusive (Das "Oktoberfest-beer" dazu stammte von einer hiesigen Brauerei in Zusammenarbeit mit Weihenstephan - true story).

Am Donnerstag haben wir eine der 60 kostenlosen(!) Stadtführungen mitgemacht, die jeden Tag in SF angeboten werden. Unser Führer David führte uns in die schönsten und interessantesten Theater der Stadt und erzählte uns Anekdoten über Stars und Sternchen der Jahrhundertwende. Es gibt sogar einen eigenen kleinen "walk of fame" hier im Theaterdistrikt, der aber sowohl an stars als auch an der Machart ein wenig hinter dem großen Bruder zurücksteht: 

Die Tagesgestaltung am Freitag hatte eine knappe Woche Vorlauf: Der aufmerksame Blogleser erinnert sich noch gut an den Segelturn vom letztem Sonntag, auf dem wir Mauricio aus Venezuela getroffen haben. Dieser wiederum kennt den Ensemblemanager des Konservatoriums, welcher uns kurzerhand Freikarten zu einem symphonischen Konzert klar gemacht hat. Feine Sache das! Gegeben wurde 1. Brahms sowie zwei dramatisch-spektakuläre zeitgenössische Werke. Für das letzte Stück wurde sogar ein Lichtkünstler engagiert, der mit "visuellen Effekten" glänzte. Für uns sah es aber eher so aus, als würde er alle verfügbaren Bildschirmschoner von Windows 98 ausprobieren...

Samstag stand ganz im Zeichen des Sports: Mittags Fußball, im Anschluss dann einen Sprung ins Meer und spätnachmittags dann endlich eine Runde "Disc Golf (der aufmerksame Blogleser erinnert sich, dass wir letzte Woche eine Frisbeegolf-Anlage zur freien Verfügung entdeckt haben). Wir haben uns zwar angestellt wie die ersten Menschen, aber die ganze Aktion war aus zwei Gründen trotzdem sehr lustig: 1.) wir konnten einfach mal wild Frisbees durch den Wald schmeißen und 2.) war es auch sehr unterhaltsam den vielen Männern zuzuschauen, die zwar mit Freundin da waren, aber anscheinend nur um vor ihnen mit ihren unglaublichen disc-scills zu glänzen. Jedenfalls sind die Damen immer brav daneben gesessen, wenn die Herren der Schöpfung bedeutungsschwer über die Wahl des richtigen Frisbees nachgedacht haben, diesen dann mit Vollkaracho gegen einen Baum in dreißig Meter Entfernung gedonnert haben und sind ihnen dann treu zur nächsten Bahn nachgelaufen. Ein kurioses Schausspiel…

Heute: Faultag. Wir haben das Haus zum ersten Mal um 17.30 verlassen, um zum Mc Donalds um die Ecke zum Essen zu gehen. Als wir zuhause ankamen, trafen wir Eddy und Maria, unsere Gastgeber. Diese waren offensichtlich gerade am Meer zum Fischen und zeigten uns eine Tüte mit fünf honigmelonengroßen Seeigeln darin. Sie erklärten uns, dass sie das Fleisch der Seeigel als Vorspeise essen und luden uns ein, auch einmal zu probieren. Wir durften sogar zusehen, wie Eddy die Vorspeise zubereitete. Und Achtung, hier kommt der unappetitliche Part: 

Bild 1: Die Seeigel liegen, mit dem "Mund" nach oben, auf dem Tisch und rudern mit ihren Stacheln, fast so, als versuchten sie zu entkommen.

Bild 2: Eddy nimmt einen Seeigel, hackt mit einem Messer zwei große Kerben in die Schale und bricht sie dann mit den Händen auf. Zum Vorschein kommen ein Haufen Sand, Meerwasser, ein paar wenige Innereien und, in einem Ring angeordnet, das begehrte Fleisch. Eddy kratzt das Fleisch mit einem Löffel heraus, wäscht den Sand ab und pult die letzten Innerei-Fetzen ab. die beiden Seeigelhälften bewegen sich mittlerweile immer noch und schieben sich zentimeterweise in der Spüle hin und her. Zunächst fand ich es barbarisch, den Seeigel so zu zerlegen, aber dann hab ich darüber nachgedacht, wie man einen Seeigel denn ansonsten töten würde vor der Zubereitung. Mund zuhalten klappt wahrscheinlich nicht...

Bild 3: Das "uni", wie die Vorspeise auf den Philippinen genannt wird,  ist zum Verzehr bereit und wird, ziemlich genau wie Sushi, mit Sojasoße, Wasabi und Ingwer gegessen. Geschmack: sehr salzig, es schmeckt hauptsächlich nach Meerwasser. Konsistenz: ein bisschen wie weichgekochter Kürbis. Mein Lieblingsgericht wird es nicht mehr, aber exotisch war es auf jeden Fall!

Die Stadt der schlauen Busse und der guten Burritos

17.10.2018

Julian:

Jetzt sind wir schon wieder über eine Woche hier in der "Bay". Und dabei kommt es mir vor, als hätten wir noch gar nicht allzu viel hier gemacht. Die ersten Tage sind wir tatsächlich überwiegend mit den Fahrrädern rumgefahren und haben geschaut. Was wir dabei entdeckt haben:

  • Eine enge, nach Urin riechende Gasse, die voll von wunderschönen Graffitis ist. Diese Graffiti sind hier überall. Sie sollen entweder an den (erzwungenen) Tod eines lieben Menschen erinnern oder generelle Aufmerksamkeit für soziale Brennpunktthemen wie bezahlbares Wohnen, Drogenabhängigkeit oder Diskriminierung von LGTB und Indianern erregen.
  • Ziemlich hilfreiche und superleicht zu bedienende Fahrradträger an den öffentlichen Bussen, wo man nach einem langen Radl-Tag einfach das Rad draufschnallen und sich nach Hause kutschieren lassen kann

  • Einen Frisbee-Golf-Kurs im waldigen Abschnitt des Golden Gate Parks, wo man umsonst spielen kann (Caro und ich haben uns auch gleich hochprofessionelles Equipment gekauft :P)

  • Eine Vielzahl von Vögeln, Eichhörnchen, Waschbären und anderem Kleingetier - wer geht hier denn bitten noch in den Zoo?

  • Die zwei "besten mexikanische Imbissbuden", die uns Busfahrer Lucius empfohlen hat. Den ersten, "El Farolito", haben wir schon getestet - lecker und billig, was will man mehr! Was wir aber unbedingt noch machen sollen ist einen "Steak Burrito" im "La Taqueria" zu essen...ich finde das klingt sehr unheimlich. Was soll das sein? Ein ganzes Steak in einen Burrito gewickelt???

Am Sonntag hat uns Caro dann ein echtes Schmankerl aus dem Netz gefischt: Auf der anderen Seite der Bucht bot ein Segelverein kostenlose Segelrundfahrten an! Wir beide sind mit Mauricio, einem Venezulaner, und unserem Steuermann Christian aus Belgien auf dieser kleinen Nussschale aufs Meer hinausgeschippert:

Zum Halten des Gleichgewichts saßen die drei meist auf der einen Seite und ich auf der anderen...dafür hab ich also so arg abgenommen vor der Reise, ts ts ts...Caro hat sich nicht nur den Traum erfüllt einmal zu Segeln, sie durfte sogar, weil nicht zu starker Wind war, einmal selbst ans Steuer und die Segel setzen! 

Gestern hatten wir dann unseren ersten, richtigen Touri-Tag: Vormittags haben wir die Tour durch Alcatraz gemacht und einen Haufen interessanter Geschichten von der Insel und ihren Insassen gehört. Meine Lieblingsgeschichte: Ein Insasse hat immer, wenn er in die komplett dunkle Isolationszelle gesteckt wurde, einen Knopf abgerissen, ihn in die Luft geworfen, sich dreimal im Kreis gedreht und ihn dann auf Händen und Knien gesucht. Und das dann den ganzen Tag lang. Sehr spannend waren auch die vielen Ausbruchsversuche, von denen der letzte anscheinend wirklich erfolgreich war: Aus Zeitungsstreifen-Pappmachée Kopfatrappen gebastelt, mit Löffeln ein Jahr lang ein Loch durch die Wand gegraben und über den Servicegang aufs Dach und weg. Ziemlich banal finde ich, dafür dass es als das sicherste Gefängnis des Landes galt...

Nachmittags dann gleich mehrere Hot Spots abgegrast: "Fisherman's Wharf" mit etwa sechzig Seelöwen, die sich wild übereinander balgend auf dem Pier breit gemacht haben, Lombard Street (ja, man kann als Straße auch dafür berühmt sein dass man im Zick Zack den Berg runter verläuft), und, mein persönlicher favourite, Das Museum für antike mechanische Unterhaltungsgeräte. Die Leute haben damals sogar einen Quarter geopfert, um einer übergroßen Puppe beim Lachen zuzuhören. Das müssen wirklich sorglose Zeiten gewesen sein...

Der Tag endete für mich sehr schön mit einer Chorprobe im "SF Bach Choir", den ich zufällig im Internet entdeckt habe und deren Chorleiterin mir erlaubt hat mitzuproben. Völlig verzückt von ganz viel französischer Weihnachts-A capella-Musik fuhr ich dann wieder nach Hause. Tag Ende.

We are going to San Francisco...

13. 10.2018

Caro

...und sind dabei natürlich über die Golden Gate Bridge und mit Blümchen im Haar eingefahren


Leider wollte uns kein Couchsurfer aufnehmen, und die airbnb Preise sind geradezu lächerlich hoch. Hatten schon ein bisschen Sorge und mich schon damit abgefunden auf der anderen Seite der Bay zu wohnen und 1 Stunde mit dem Zug in die Stadt zu fahren. Aber zum Glück haben wir eine super nette große philippinische Familie gefunden, bei der wir wohnen können, sehr gut gelegen auf einem Hügel und super hübsch.

Um uns die ziemlich hohen Buskosten zu sparen, hatten wir die glorreiche Idee, Räder zu mieten (wie man das als Student halt so gewohnt ist). Die Familie war einigermaßen erstaunt, Fahrrad fährt hier wohl ungefähr niemand und es wurden uns gleich Schauergeschichten über die rücksichtslosen Autofahrer erzählt. Aber sie hatten noch zwei alte Räder in ihrem Keller gefunden und uns angeboten. Supernett! Nach der ersten Fahrt wussten wir auch: Es ist ziemlich deppert hier Rad zu fahren. Die Stadt ist noch hügeliger, als man das in den Filmen so sieht. Aber: nichts ist cooler als einen dieser Hügel runter zu fahren, noch dazu, wenn die Straße genau ins Meer zu führen scheint!

Die Stadt ist so herrlich, mit all ihren kleinen bunten Häusle und den steilen Straßen und den Palmen und exotischen Pflanzen. Wir haben eine Karte, wo außer dem Straßennamen auch der Steigungsgrad der Straße mit angegeben ist. Und dazu der Strand! Traumhaft! und außer ein paar Surfern so gut wie menschenleer, obwohl er mitten in der Stadt ist. Haben gleichmal einen herrlichen Sonnenuntergang erlebt.

Nachdem wir ein wenig durch den Golden Gate Park geradelt sind und die faulste Bisonherde der Welt gesehen haben, hat Julian dort auch Fussball gespielt. Ich bin in der Zeit lieber bei den älteren Herrn in einer Bar gesessen und hab bei einem Bier mit Football geschaut.

Gerade haben wir ein open air Kino genossen, mit einem Film über Elvis Presley, der King himself in Form eines Imitators hat auch vorher gleich eine Show gemacht (und dabei die Damen im Publikum leicht übergriffig angetanzt, Anmerkung Julian). und beim Heimlaufen haben wir sogar mal lebende Waschbären gesehen. (nach den vielen auf dem Highway). eine ganze Familie. so süß! als wir zu Nahe kamen, war es ihnen dann doch nicht geheuer und sie sind schnell hinter einen Zaun geschlüpft. Von da hat die Waschbärmama Julian noch ganz böse angefaucht.


Hetch Hetchy and the symphony of the forest

10.10.2018

Julian

Von Bishop aus ging es weiter in den Yosemite Nationalpark, der gewissermaßen auf unserem Weg lag. Ein beinahe schon übertrieben gut gelaunter Ranger am Eingang des Parks mit filmreifem Krempenhut veredelte den ersten Eindruck. 

Der Park ist wirklich schön, besonders zum Wandern. Man kommt an einer Reihe toller Wasserfälle vorbei, wie zum Beispiel dem "Bridalveil Fall", bei dem das Wasser sehr dünn, aber sehr hoch herunter fällt und der Wind es so fein verbläst, dass der Eindruck eines im Wind wehenden Brautschleiers entsteht. Wir haben auch eine Rehmama mit ihren Kindern gesehen, die sogar zahm genug zum Streicheln waren. Die Bären, von denen man überall gelesen hat, haben sich leider etwas bedeckt gehalten. Abends sind wir dann auf einen "Night Prowl" gegangen, bei dem wir unsere Nachtsicht entwickeln und der "symphony of the  forest" lauschen sollten. Leider sind wir nie weiter als 200m von einem Hotel und einer dicht befahrenen Straße weg gegangen, was das Entwickeln der Nachtsicht schon deutlich erschwerte.

Im Yosemite Park gehen die Übernachtungsmöglichkeiten bei etwa 150 Euro die Nacht los und steigen ins Unermessliche. Caros überragende Lösung für das Problem: Wir schlafen im Auto! Also unseren Hyundai in eine kleine Parkbucht gefahren, Decke und Schlafsack raus und los. Caro war klein genug um sich auf dem Beifahrersitz wie ein Murmeltier zusammenzurollen. Ich war leider etwa 10cm zu lang, konnte mich also weder ausstrecken noch zusammenrollen. In Verbindung mit der wirklich kalten Herbst-Berg-Nacht um den Gefrierpunkt war das eher eine seeeeehr lange Nacht. Aber dafür ein toller Morgen im Sonnenaufgang.

Am nächsten Morgen dann die andere Seite des Parks erkundet, dort gibt es den "Hetch Hetchy Staudamm und Naturreservat". Ich musste kurz überlegen woher mir der Name bekannt vorkommt, aber dann fiel mir wieder ein, dass meine EnglischkkollegInnen den Damm gerne als Thema für mündliche Schulaufgaben verwenden. So schließt sich der Kreis. Mittagessen in einem Berg-Diner, bei dem sich eine amerikanische Eigenart gezeigt hat: Viele Kellnerinnen antworteten bisher auf ein "Thank you" von mir nicht mit einem "You're welcome" sondern mit einem ganz eigenartig betonten "Aha", fast so, als wären sie skeptisch darüber, ob ich meinen Dank ernst meine. Bestimmt ist dieser Eindruck aber nur ein interkulturelles Mißverständnis.

Der psychosomatische Juckreiz und Ocean's 11 reloaded

6. 10.2018

Julian

Nach unserem Besuch am Grand Canyon sind wir auf der Suche nach einer Bleibe in Fredonia am "Grand Canyon Motel" vorbei gekommen. Ca. 40 Euro die Nacht, okay nehmen wir. Als wir aber das Zimmer betreten, wird uns von Minute zu Minute klarer, warum das Zimmer a) so vergleichsweise günstig war und b) noch so viele Zimmer frei waren. Das Zimmer roch sehr stark nach...naja, nach Katzenpisse. Bei den dutzenden Katzen, die am Gelände unterwegs waren, lag der Verdacht nahe, dass die lieben Tierchen mehr als einmal den Zimmerservice begleitet haben, um sich zu erleichtern. Das auch ansonsten etwas angeranzte Zimmer - nervtötend tropfender Dusche und abgefackten Stoffsesseln inklusive - rundete den Ekeleindruck ab. Ich hab mir das Duschen einfach mal gespart und mich gleich ins Bett gelegt. Drei Minuten später hat es mich am ganzen Körper gejuckt. Ich hab das ganze Bett nach Kleinstbewohnern untersucht, aber nichts gefunden. Entweder waren die wirklich klein oder - was ich für wahrscheinlicher halte - der Anblick und der Geruch haben bei mir psychosomatischen Juckreiz ausgelöst. Hab mich zwar ein bisschen dafür geschämt, dass ich das Jucken nicht einfach rational wegdenken konnte, aber mei, da muss man durch. Caro hat das Problem gelöst, indem sie sich wie eine Raupe in ihren eigenen Schlafsack eingepuppt hat.

Nächster Abend, wir erreichten das sagenumwobene Las Vegas - bei Tag. Der Eindruck einer Großraumdisco drängte sich auf, die bei Tag einfach furchtbar heruntergekommen aussieht. Als wir dann abends den "Strip" entlang spaziert sind, sah alles wieder so eindrucksvoll aus, wie man sich das vorstellt. Krasse Dekadenz überall, feuerspeiender Vulkan im "Mirage", echter Kanal mit Gondelfahrten im "Venetian", und eine alle Viertelstunde abgefeuerte Wasserfontänen-Show vor dem "Bellagio", die mir wirklich Schauer des Staunens über den Rücken getrieben hat. In Letzterem haben wir dann auch ein wenig die Roulettetische  bespielt - und sind sogar mit Plus raus gegangen. Da hab ich mich natürlich gefühlt wie George Clooney in Ocean's Eleven. Nimm das, Bellagio!

Nächster Tag, Aufbruch in den Westen, das Ziel war noch unklar. Irgendwo in Richtung Yosemite. Der Highway führte uns wieder durch endlose Weiten, mal Steinwüste mit Kakteen, mal schroffe Gebirgslandschaften, mal Sanddünen wie in der Sahara...hochspannend und für Geologen sehenswert! Schließlich angekommen in "Bishop" gestaltete sich die Zimmersuche sehr schwierig, weil offensichtlich gerade Hochsaison in der Metropole der Hobbyfischer ist. Nicht mal ein Katzenpisse-Zimmer wollte man uns geben. (Caros favorite Witz des Monats: der Motelvater einer Absteige, die zuletzt ungefähr 2001 geputzt wurde, bot uns glatt ein Zimmer für 200 Dollar plus Steuern an.) Durch Zufall kamen wir an einem "Visitor Center" vorbei, das laut Aushang schon über eine Stunde geschlossen hatte. Es saß aber noch ein netter Herr drin, der uns doch unter die Arme gegriffen hat und so lange alle seine Hotel-Buddies angerufen hat, bis er ein Motel mit einem vergleichsweise günstigen Zimmer gefunden hatte. Richtig nett! Der Abend wurde von einem leckeren Abendessen und sündhaft süßen Brownies und Hot Fudge Sundaes abgerundet.

Sandsturm in der Wüste mit geichzeitigem Regen
Sandsturm in der Wüste mit geichzeitigem Regen

Naturwunder

4. Oktober

Caro:

Bei unserem weiteren Trip in den Westen haben wir die volle Pracht der amerikanischen Natur abbekommen.

Bei John durften wir die herrlichen Rocky Mountains bestaunen. Auf der coloradischen Seite erinnern sie mit ihren Felsen, den Kiefern und Fichten und den tollen Wanderwegen schon etwas an die Alpen. John hat uns auf wunderschöne Wanderwege mit toller Aussicht geführt. Und uns Boulder gezeigt, seine Stadt am Fuß der Rockys. ich war schon etwas überrascht da so eine kleine, hübsche Stadt voll von jungen Hipstern zu finden. Aber wie John uns erzählt hat, sieht es da auch so aus wie in den meisten Städten in Deutschland: Eine Wohnung dort ist mittlerweile nahezu unbezahlbar.

Neben den zwei Bärenkindern haben wir auch noch Rehe, Chipmunks und Bisons gesehen - die allerdings nur auf unserem Burger. Und ich hab mich nicht mehr eingekriegt, weil gerade "Leaf changing season" ist, der Indian Summer, alle Birken und Espen haben strahlend gelbe Blätter. Besonders im Sonnenschein ein traumhafter Anblick.

Auf unserer weiteren Tour haben wir die Rocky Mountains überquert. Auf der Ostseite hat sich ein völlig anderes Bild gezeigt: statt den waldigen Bergen waren es jetzt schroffe Felsen mit spärlichem Graswuchs. und je weiter nach Osten es ging, umso wüstenähnlicher wurde es. Ein Highlight für mich wurde der Arches Nationalpark, den John uns empfohlen hatte. Eine Landschaft wie aus einem Western, ich dachte jederzeit, jetzt kommen Indianer geritten. Die Felsen haben richtig rot geleuchtet. Schon Wahnsinn, was die Natur da geschaffen hat, einige der Felsformationen und Bögen schauen wie moderne Skulpturen aus. Ich kam aus dem staunen nicht mehr raus.


Nach einer Nacht in einem Bunkhouse, einer kleinen Baracke auf einer Farm, in der früher die Cowboys geschlafen haben, ging es weiter Richtung Westen. Erst noch durch die rote Landschaft Utahs und das Monument Valley, das im Land der Navajo-Indianer liegt. Genauso hat es sich auch angefühlt.

Dann ging es auf einem Umweg zum Grand Canyon, da die kürzere Straße wegen einer Überschwemmung gesperrt war. es hatte in der Nacht ziemlich gewütet, unsere Schuhe haben davon auch einiges abbekommen. Auf Johns Rat hin hatten wir immer einen vollen Tank und genug Wasser dabei, das war in der langen Strecke durch die wüstenähnliche Weite auch gar nicht so verkehrt. In der Wüste gab es verstreut tatsächlich auch immer wieder kleine Farmen. Von was die leben, weiß man nicht so genau. Ein paar Pferde waren in der Prärie auch immer wieder zu sehen.

Die "scenic route" hat uns durch unglaublich vielfältige Landschaft letztendlich zum Nordrand des Grand Canyon geführt. Ich dachte erst, dass der Canyon ein wenig überschätzt wird, aber es war tatsächlich atemberaubend. Tiefer als man schauen kann, und es geht einfach kerzengerade nach unten. Bei den ganzen haarsträubenden und stuntartigen Selfiefotos der Touristen ist mir vor Höhenangst glatt ein wenig schlecht geworden. Das posieren hab ich hier also lieber Julian überlassen.

Ich stell einfach mal ganz viele Fotos rein, weil ich vor "Oh schau mal da" heute nicht mehr rausgekommen bin.

Nachtrag Julian: Caro hat versucht Eier in der Mikrowelle zu kochen - ja ich weiß, Julian ist eine Petze, aber es war wirklich filmreif!

Cowboy und Indiana

29.9.18

Julian:

So sieht also ein echt amerikanischer Road Trip aus: 

1.) Man miete sich ein Auto. in unserem Fall war das ein Ford Focus Kombi, aber die Dame am Schalter fragte uns äußerst besorgt, ob wir denn wirklich kein größeres Auto wollen. Für amerikanische Verhältnisse haben wir uns wohl so etwas wie den Smart der Autoflotte ausgesucht.

2.) Man gebe die Daten in das Navi ein und fahre los. Meine Lieblings-Ansage: "Fahren Sie auf die Autobahn und folgen Sie der Straße für 800 Kilometer." Dazu aber später mehr.

3.) Man sorge dafür, dass man abends irgendwo unterkommt. Unsere erste Station in Hillard, Ohio war ein netter älterer Couchsurfer namens Steve, der zwei Hunde hatte anstatt Kinder und diese einigermaßen antiautoritär erzog ("Copper! No, Copper! Bad Dog, Copper! Oh, Copper! Seufz..."). 

Die erste Etappe unserer Ost-West-Tour führte uns von New York über Ohio nach Sullivan, Indiana. Dort verbrachten wir zwei Tage bei Solly und seiner Familie auf ihrer Farm, wo sie hauptsächlich Sojabohnen anbauen. Solly war in Pfaffenhofen zum Chouchsurfen - wir haben quasi ein exchange-surfing gemacht. Die Familie nahm uns unglaublich herzlich auf und wir verbrachten eine super Zeit dort. Jetski und Quad fahren (in der aufgehenden Sonne, der Morgentau auf den Feldern, ein Traum!) einen Bagger bedienen (das wollt ich schon immer mal machen!), Enten und Hühner streicheln,  Abends mit der Familie Musik gemacht (Solly ist ein begnadeter Mandolinenspieler), "Kaiserschmarrn" gemacht und in der Nachbarstadt 8 Weltrekord - Gegenstände angeschaut - wir haben die Zeit wirklich sehr genossen! Caro hat ihre innere Bäuerin entdeckt und gleich mal Freundschaft mit "Goosie" geschlossen:

Die Farm war auch wirklich ein wenig verrückt - Wir haben auf einer Matratze in der Garage geschlafen, in der jedoch ein Tanzboden verlegt war für Tanzpartys; Im Garten draußen an die vierzig Jetskis und eine Handvoll Autowracks, die bereits in den Boden eingewachsen sind. Kurz gesagt: Die Familie ist ein bisschen verrückt, aber auf eine total liebe und tolle Art!

Von dort aus ging es nach Boulder, Colorado. Und hier habe ich eine neue, persönliche Bestleistung aufgestellt: In 16 Stunden 1700 Kilometer mit dem Auto zurückzulegen. Eigentlich wollten wir die Stecke in zwei Tagen fahren, aber das hätte uns 150 Dollar mehr gekostet. Also haben wir alle möglichen bescheuerten Autospiele gespielt, zu einem 90er -Radiosender gesungen und gespackt und sind die Strecke an einem Tag gefahren *Schulterklopf für mich selbst*. Dank der zwei Zeitzonen, die wir dabei überschritten haben, sind wir auch zu einer einigermaßen anständigen Zeit angekommen. 

Heute, nach viiiiel Schlaf, hat uns John, Caros amerikanischer Freund aus Leipziger Tagen und unser Gastgeber in Boulder, mit zum Wandern in die Rocky Mountains genommen. Höhepunkt des Ausflugs (neben der tollen Natur und der super Aussicht) waren zwei junge Bären, die miteinander gerangelt haben. John war sehr um unsere Sicherheit besorgt, deshalb gibt es leider keine guten Fotos davon. Mal sehen, welch wildes Getier uns bei unserem nächsten "Hike" über den Weg läuft...